Der Behindertenbeirat fährt nach Berlin

Die gesamte Gruppe versammelt vor einer Treppe in Berlin

Am 01.04.2014 hat der Behindertenbeirat von Hansestadt und Landkreis Lüneburg auf Einladung von Frau Hiltrud Lotze, MdB (SPD) eine Fahrt zum Deutschen Bundestag organisiert. Es war eine Fahrt für Menschen mit und ohne Handicap. So kamen die Mitfahrenden z.B. aus der Schule am Knieberg, aus der Werkstatt für behinderte Menschen WfbM der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und aus dem Behindertenbeirat. Auch die Beeinträchtigungen waren sehr verschieden: so hatten wir Menschen mit Sehbehinderung, geistiger Behinderung und auch Rollstuhlfahrende in unserer Gruppe. Organisatorisch ließ sich durch einen Rollstuhl-Bus die Fahrt bewältigen und auch unser Programm war für uns maßgeschneidert.

Nach der Begrüßung durch Frau Lotze begann die Gesprächs-Runde, die wir mit vorher gesammelten Fragen gleich auf den Punkt bringen konnten, nämlich die Probleme von behinderten Menschen im Alltag. An dieser Runde nahm auch Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundestags-Vize-Präsidentin, teil. Sie hatte auf Grund ihrer Erfahrung gute Antworten für uns parat. Beide Politikerinnen zeigten viel Verständnis für unsere Anliegen. Das Info-Material, das wir erhielten, war natürlich in leichter Sprache.

Nach einem Imbiss im Besucher-Restaurant bekamen wir eine Führung durch das Reichstagsgebäude. Auf der Besucher-Tribüne im Plenarsaal gab es Erklärungen extra für unsere sehbehinderten und geistig behinderten TeilnehmerInnen. Zum Abschluss besuchten wir die Glaskuppel des Bundestages, was alle Beteiligten sehr beeindruckt hat. Für die Rolli-fahrenden natürlich barrierefrei; für sehbehinderte Menschen gibt es ein Tast-Modell mit Erklärungen über einen Audio-Guide (dieses System kann allerdings noch verbessert werden, fanden unsere TeilnehmerInnen).

Frau Lotze hat uns gern begleitet, ihr Kommentar zu unserem Besuch: „Der Besuch war ein großer Erfolg. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Jahren noch viele Menschen mit Beeinträchtigungen aus meinem Wahlkreis in Berlin begrüßen kann und so einen Beitrag zur Inklusion leisten kann. Inklusion bedeutet: Alle sind einbezogen, keiner ist außen vor. Auch Menschen mit Behinderungen nehmen selbstverständlich an Besucherfahrten nach Berlin teil. Der Tag hat gezeigt, dass es geht.“

Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp in der Tiergartenstraße 4 gemacht. Dort wird das Mahnmal für die Euthanasie-Opfer gebaut, die in der Nazi-Zeit durch das T4-Programm umgebracht worden sind. Die Stelltafeln, die dort aufgestellt sind, zeigen die Geschichte dieser Opfer und haben uns sehr beeindruckt. Am späten Abend waren wir nach einer ruhigen Busfahrt zurück in Lüneburg und konnten uns wieder abholen lassen.

Ein Bericht von Inge Steinberg

Interessante Links zum Thema:
www.bundestag.de/leichte Sprache
www.t4-ausstellung.de